Samstag, 10. Januar 2009

Flug bis in den Bach

Die Zuschauer kamen in Scharen zur Zillertal-Skisprungschanze, um das Wintersport-Spektakel live zu verfolgen.

SKISPRINGEN Vor 50 Jahren wurde der für die Region ungewöhnliche sportliche Wettbewerb vom WDR gezeigt.

Von Hartmut Schmahl

Im Januar vor genau 50 Jahren drehte das WDR-Fernschen im Gelpetal einen Film über das Leben und Treiben an der Zillertal-Skisprungschanze. Nahezu 30 Jahre bestand bereits diese Schanze. Weit ab vom nächsten Skigebiet Sauerland, zweifellos eine Kuriosität. Schon in der Frühe waren viele Besucher aus Wuppertal und Remscheid ins Gelpetal zur "Hundsschüppe" gekommen. Die Lehrer erwiesen sich als sportfreudig, dank des tüchtig gefallenen Schnees gaben sie den Kindern an diesem Samstag Schulfrei. Die Fernsehleute aus Köln waren damals für die Wintersportfans noch eine kleine Sensation. Den Zeitpunkt hatten die WDR-Leute gut getroffen. Beim extra angesetzten Skispringen gab es nämlich einen Schanzenrekord, der nie mehr überboten wurde. Auf 33,32 und 29 Metern kam Paul Mehling vom heimischen Ski-Club Cronenberg, vor Ludwig Querl (Ski-Club Wuppertal) mit der Bestweite von 31 Metern und Günter Vonhausen mit 29 Metern. Das Springen auf dieser Schanze war keine einfache Sache. Nach steiler und schneller Schussfahrt ging es über den Schanzentisch, um dann den Sprung sicher durchzustehen. Doch der Auslauf war mehr als kurz. Eine Überbrückung des Gelpebachs wurde nicht erlaubt. So mancher Springer landete so kopfüber im Bach.

Januar 09 von wz-Wuppertal Stadtleben