Freitag, 18. September 2009

80 Jahre, aber bis heute jung geblieben!

So alt wie die Stadt: Ski-Club Cronenberg feiert runden Geburtstag / Von Snowboard bis Roller-Blading - der SCC geht mit der Zeit.
Nicht nur die Stadt, auch ein Cronenberger Verein feiert in diesem Jahr 80-jähriges Bestehen:
Mit einem vereinsinternen Abend im TiC-Atelier Unterkirchen begeht der Ski-Club Cronenberg (SCC) seinen 80. Geburtstag.
Wenngleich Cronenberg auch schon 1929 nicht als Wintersport- Mekka galt, gründete sich der SCC bereits fünf Jahre nachdem der Internationale Ski-Verband (FIS) ins Leben gerufen worden war. Otto Schütz und Werner Wittenberg waren die Initiatoren: Am 18. November 1929 hoben sie mit zwölf weiteren Gündungsmitgliedern im heutigen Haus Mees den SCC aus der Taufe. Als sich der junge Verein am 3. Januar 1930 zur ersten Mitgliederversammlung traf, wurde Felix Schnepp erster Vorsitzender und Erwin Krebs sein Stellvertreter.
Dass die Gründung eines Skivereins nur wenige Monate nach Beginn der Weltwirtschaftskrise erfolgte, machte Sinn: Mit dem Zusammenschluss versprachen sich die Mitglieder nämlich auch Vergünstigungen bei Eisenbahnfahrten und Übernachtungen. In den ersten Jahren wuchs der Ski-Club rasch, 1932 hatte sich die Mitgliederzahl auf 65 Mitglieder schon fast verfünffacht.
Zunächst nahm der Ski-Club keine Frauen auf: „Gott schütze uns vor Pappschnee und Skiweibsleuten“ soll ein Stoßgebet bei den ersten Touren gelautet haben.
„Durch stillen Druck der Bräute und Freundinnen“ wurde jedoch auf einer Monatsversammlung im August 1931 der Weg für die „Skiweibsleute“ frei gemacht - Helmi Tesche und Leni Schmitz waren am 8. Februar 1932 die ersten Amazonen im Ski-Club. Schon einen Monat später wurde ein Gymnastikabend für SCC-Mitglieder in der Turnhalle am Dohr beschlossen, bis heute „das Wohnzimmer“ des SCC.
Als 1932 Ernst Jöcker, Inhaber des heutigen Café-Restaurants „Haus Zillertal, ein Areal oberhalb seines Ausflugslokals auf fünf Jahre kostenlos zur Verfügung stellte, baute der Ski-Club sogar eine Ski-Schanze. Der Verein legte 1.100 Bausteine à 10 Pfennige auf und ging in Eigenregie ans (Bau-)Werk. Vom September 1932 zog die Hälfte der männlichen SCC-Mitglieder in 1.258 Arbeitsstunden die Schanze hoch, die schließlich am 5. März 1933 geweiht wurde.
Nach dem Krieg trafen sich die SCC-Mitglieder am 16. Februar 1946 zur ersten Generalversammlung wieder. Als Paul Mehling 1947 Mitglied des erweiterten Vorstandes wurde, betrat einer der prägendsten SCC-Figuren die Ski-Club-Bühne: Mehling wurde 1955 zum Vorsitzenden gewählt, der er - abgesehen vom Jahr 1958 - bis 1997 blieb. Die Mitgliederzahl, die 1969 erstmals die 100er-Marke überschritt, nahm anschließend eine rasante Entwicklung: 1975 hatte der Ski-Club schon über 200 Mitglieder, 1989 zählte die SCC-Familie mit 345 Personen die Höchstzahl in der Vereinsgeschichte.

„Mr. Ski-Club“ Paul Mehling (mi.) und seine Frau bei den Feierlichkeiten zu seinem „80sten“ vor zwei Jahren mit SCC-Chef Fredy Mäuer (2.v.r.), OB Peter Jung und Ex-Stadtsportbund-Chef Wilfried Penner (li.).

Grund für den Schub war nicht nur, dass Paul Mehling an den Schulen anklopfte und zu Ski-Olympiaden einlud. Hintergrund des SCC-Booms war auch, dass Paul Mehling und seine Mitstreiter stets offen für neue Ideen waren und auch in schneefreien Zeiten Trends setzten: Schon Ende der 50er Jahre wurde im Ski-Club auf Rollerski gelaufen, 1977 fuhr man erstmals zum Kunststoffpisten-Skilauf nach Winterberg, daneben auch zum Grasskifahren.

Beweis, wie „jung“ der SCC geblieben ist: die Nordic-Blading-Aktion im Rahmen des diesjährigen Tages des Sports.

Die sportliche Glanzzeit des Ski-Clubs verkörpert vor allem Kerstin Korten. Zwischen 1977 und Ende der 1990er Jahre war die Ronsdorferin auf den Gewinn der Westdeutschen Meisterschaften abonniert, sie startete bei der Studenten-WM und bei internationalen FISRennen, am Ende der Saison 1995/1996 wurde die SCC-Läuferin für 25 WSV-Meisterschaften geehrt. Eng verbunden damit ist auch das Engagement von Wolfgang Bühren: Der damalige Betreuer, der in diesem Jahr übrigens ebenso 80 Jahre alt wird, „kutschierte“ die SCC-Läufer in seinem Firmen-Bus übers Wochenende zu den Wettbewerben im Alpenraum: „Sein Bus war der Ski-Club-Bus“, berichten Hans-Hermann Wicht und Bernd Wagner.
Ob Paul Mehling, ob „Busunternehmer“ Wolfgang Bühren oder vielleicht auch Matthias Birkenholz, seit 2005 Präsident des Westdeutschen Skiverbandes - wenn die Ski-Club-Familie nun feiert, wird Fredy Mäuer, seit drei Jahren an der SCC-Spitze, sie bestimmt alle begrüßen können. Mehr Infos unter Telefon 47 54 60 (Mäuer) oder unter ski-club-cronenberg.de

aus Cronenberger-Woche
http://cronenberger-woche.de/pdf/ausgaben//2009_38/18_Sep_cw06.pdf